Die Malerei von Gabriele Einstein ist von einer tiefen Naturverbundenheit geprägt. Sie beschäftigt sich mit Naturgewalten wie Meer und Bergen ebenso wie mit kargen Landschaften von stiller Schönheit. Im großformatigen Bild Lichtspiel löst sie sich weitgehend von gegenständlicher Darstellung und konzentriert sich auf farbige Atmosphären. Licht bricht sich in feinen Abstufungen, überlagerte Flächen bleiben in der Schwebe. Einsteins Bilder romantisieren Natur nicht, sondern reflektieren auch die Zerstörung natürlicher Lebensräume. In Lichtspiel erscheint Natur als vibrierender, gefährdeter Zustand.
Credits: Juliane Lachenmann M.A., Kunsthistorikerin Im Rahmen der Kuratorenführung zur IBC-Jubiläumsausstellung, Überlingen November 2025
Künstlerin Gabriele Einstein präsentiert ihre dritte Ausstellung in der Galerie Heike Schumacher in Überlingen.
„Neue Landschaften und Horizonte“ verspricht Gabriele Einstein mit ihren Arbeiten, die derzeit in der Galerie Heike Schumacher zu sehen sind. Gestaltet sind sie in Acryl und Öl auf Leinwand, entstanden im Atelier der 1956 geborenen, freischaffenden Malerin in Bad Buchau am Federsee. Dieser ist es auch, der die Malerin beeinflusst und nicht mehr loslässt.
Obwohl die berühmt-berückende Federsee-Landschaft auf allen Leinwänden zu sehen und zu spüren ist, nennt sich Gabriele Einstein keine Landschaftsmalerin im engeren Sinn. „Inspirationsquelle für diese Landschaftsräume sind die eigene Wahrnehmung und Imagination“ versucht sie, ihre fragilen und teilweise fragmentarisch wirkenden Arbeiten zu beschreiben. Sie betören durch den nahezu vollständigen Verzicht auf Farbe und die flirrenden Grau- und Schwarztöne suggerieren etwas Lebendiges, etwas Vergängliches, etwas Liebenswertes.
Laudator Erwin Niederer zeigte sich von den Arbeiten Gabriele Einsteins berührt. Sein Motto ist: „Wer über Kunst reden will, muss sie spüren“ und so erzählte er voller Empathie von seinen Gesprächen mit der Künstlerin, die bereits das dritte Mal bei Heike Schumacher ausstellt. „Auf dem Steg begegnet die Malerin den Dingen, die sie bewegen. Wer in diese Landschaft eintaucht, verliert alles hinter sich. Das Schilf schluckt alles, man nimmt die Geräusche der Landschaft und der Einsamkeit wahr.
“ Er bescheinigt der Malenden „eine berührende, neue Lebenslandschaft mit immer neuen Horizonten, die eine Stimmung, ein Gesamtbefinden ausdrückt“. Dominant, aber einladend sind die lichten Birkenwälder Einsteins. Luftig, lockend, leichtlebig. Ihre unaufdringliche Schlankheit lässt dem Blick und dem Betrachter eine Chance zur Illusion, zur Impression, zur Innigkeit. Gabriele Einstein bannt auf faszinierende Weise mit federleicht wirkender Hand die oft düstere Federsee-Landschaft und verwandelt sie in einen realen Traum.
Gabriele Einstein stellt ihre Arbeiten unter dem Titel „Neue Landschaften und Horizonte“ noch bis zum 21. Mai zu den üblichen Öffnungszeiten in der Galerie Heike Schumacher, Hochbildstraße 22a, in Überlingen aus.